Schuljubiläum der Stadtteilschule Poppenbüttel: Fulminant und leichtfüßig

Am Freitag, dem 29. Juni feierte unsere Schulgemeinschaft ein ganz besonderes Fest, nämlich das 330 jährige Bestehen unserer traditionsreichen Schule!

Ganz viele kleinere und größere Hände, Schülerinnen und Schüler, deren Eltern und natürlich alle Lehrkräfte waren über eine Woche emsig mit umfangreichen Vorbereitungen für ein herrliches Sommerfest beschäftigt. Bevor das große Fest am Nachmittag im Schulbergredder begann, war die Laune mancher Beteiligter, vielleicht eher verschnupft bis miesepetrig. Ob dem plötzlichen WM-Ausscheiden „der Mannschaft“ geschuldet war oder angesichts der Nachrichten über politische Streitereien in Dauerschleife entstanden ist, sei dahin gestellt. Aufmerksame Zeitgenossen hätten allerdings bloß in den Himmel zu schauen brauchen, um den Sound dieses Schulfestes zu hören: „Ein Hoch auf uns!“ war da zu vernehmen, ein fröhliches „Schallalalah“ sang die Sonne, besser konnte es nicht sein und werden!

Kaum wurden die freundlichen Begrüßungsworten aus der Schulbehörde gesprochen, strömten im wahrsten Sinne des Wortes die Gäste aus den Katakomben herbei, um sich fröhlich und unbeschwert den vielen im freien Raum dargebotenen Attraktionen zuzuwenden. Die Schulleiterin Frau Wohlers eröffnete das Fest auf der Außenbühne und forderte die gut gelaunten Gäste auf, das vielfältige und umfangreiche kulturelle Angebot, dass die Klassen zuvor in der Projektwoche vorbereitet hatten, aktiv wahrzunehmen. Hier galt es mitzumachen! Im Programm konnte man lesen, dass es an Höhepunkten nicht
mangelte, sogar ein Dodgeballfeld wurde noch auf dem Parkplatz aufgebaut und war einer der Magnete des Fests. Dazu gab es natürlich vielfältige kulinarischen Köstlichkeiten bis hin
zur sehr gefragten Cocktailbar, in der ganz frisch leckerste Drinks ohne Alkohol zubereitet wurde.

Nicht wenige waren aber vor allem deswegen gekommen, um ihre ehemalige Schule und ihre Lehrerinnen und Lehrer nach vielen Jahren wiederzusehen. Und wie geil war das denn:
Es kamen inzwischen Erwachsene aus den verschiedensten Klassen, denen die Lehrkräfte im Laufe ihrer schulischen Laufbahnen mit ihrem Engagement, wenn nicht zum Sieg, so doch zumindest zum Weiterkommen ins Achtelfinale verholfen haben: Die ältesten der Ehemaligen waren 1995 entlassen worden, der Bundestrainer hieß damals übrigens Berti Vogts. Manche kamen sogar gemeinsam mit ihren in Ehren ergrauten Eltern zu Besuch, aber noch mehr kamen gleich mit eigenem Nachwuchs, in dessen Gesichtern sich der damalige Bildungshunger ihrer Mütter wiederspiegelte: Es war fulminant! Die groß Gewordenen wollten neben unserer schmucken Dachterrasse unbedingt „ihre“ damaligen Klassenräume sehen, nein sie wollten sie riechen! Und sie hatten ja recht, ob das nun an den in den Regalen vor sich hin muffelnden Sportschuhen oder am Angstschweiß lag, den mein damaliger Deutschunterricht für alle Ewigkeit hinterlassen hat: Wer weiß das schon? Ein Schüler nahm minutenlang die Fensterbank unter die Lupe, um nachzuforschen, ob seine Initialen, die er seinerzeit, wie auch immer, in das Holz hinein geritzt hatte, noch zu erkennen waren. Sie waren es nicht, aber das war an diesem Tag das Einzige, das nicht geklappt hat.

Und als die Gäste dann fast alle weg waren, da entstand unter den anwesenden Kolleginnen und Kollegen so ein Gefühl brasilianischer Leichtfüßigkeit, von Copacabana am Schulbergredder: Ja, wir können das! Und sollte der junge Mann in vielen Jahren vielleicht wieder die Fensterbank seines ehemaligen Klassenraums absuchen, dann wird er sich hoffentlich verdutzt die Augen reiben, weil er dort irgendwo das Wort „Sommermärchen“ entziffert.

Die Schulleiterin Frau Wohlers resümierte hochzufrieden und sichtlich erschöpft gegen Mitternacht: „Nach dem Fest ist vor dem Fest“ –in drei Jahren feiern wir dann das 333 jährige Bestehen unserer Schule.