Rassismuskritische Schulentwicklung

Rassismuskritische Schulentwicklung ist für uns ein gemeinsamer Lernprozess.

Als Stadtteilschule verstehen wir Vielfalt als Stärke unserer Schulgemeinschaft. Unter unserem Leitgedanken „Miteinander leben und lernen“ begegnen sich täglich unterschiedliche Perspektiven, Lebensrealitäten und Erfahrungen. Sie prägen unseren Alltag und bereichern das gemeinsame Lernen.

Unser Verständnis

Gerade deshalb ist es uns wichtig, unterschiedliche Perspektiven bewusst wahrzunehmen und ernst zu nehmen. Die Sicht auf Schule, Gesellschaft und Zusammenleben kann je nach persönlicher Erfahrung, Herkunft oder sozialem Umfeld sehr verschieden sein.

Wir wissen zugleich, dass gesellschaftliche Themen wie Diskriminierung und Ungleichbehandlung auch im schulischen Kontext eine Rolle spielen können. Rassismuskritische Schulentwicklung bedeutet für uns daher, aufmerksam zu bleiben, zuzuhören und die eigene Praxis immer wieder zu reflektieren. Dabei geht es nicht um Schuldzuweisungen, sondern um die gemeinsame Verantwortung, Schule als möglichst sicheren und gerechten Lernort für alle Schülerinnen und Schüler zu gestalten.

Leitgedanke: Unterschiedliche Erfahrungen wahrzunehmen, darüber ins Gespräch zu kommen und voneinander zu lernen, verstehen wir als wichtigen Bestandteil professionellen pädagogischen Handelns.

Unser Weg als Schule

Ein zentraler Impuls in diesem Prozess war ein schulinterner Workshop mit dem Referenten Jannik Veenhuis. Den Auftakt bildete ein Austausch im kleineren Rahmen mit der Schulleitung. In diesem geschützten Setting konnten Fragen gesammelt, Perspektiven geteilt und erste gemeinsame Grundlagen geschaffen werden. Diese Vorbereitung war uns wichtig, um den weiteren Prozess offen und unterstützend zu gestalten.

Im nächsten Schritt wurde das Kollegium einbezogen. Eine schulinterne Umfrage zeigte, dass viele Kolleginnen und Kollegen rassismuskritischen Fragestellungen im Alltag begegnen und sich mehr Sicherheit im Umgang damit wünschen. Gleichzeitig wurde deutlich, wie groß das Interesse an Austausch, konkreten Handlungsmöglichkeiten und praxisnahen Impulsen ist.

Diese Themen griff die anschließende Fortbildung auf. Statt klassischer Vorträge standen Gespräch, Reflexion und Perspektivwechsel im Mittelpunkt. Ergänzend fanden vertiefende Workshops für interessierte Kolleginnen und Kollegen statt, die Raum für weitere Auseinandersetzung boten.

Konkrete Schritte an unserer Schule

  • Vorbereitender Austausch mit der Schulleitung als gemeinsamer Einstieg in den Prozess
  • Schulinterne Umfrage zur Wahrnehmung rassismuskritischer Fragestellungen im Schulalltag
  • Interaktive Fortbildung mit Raum für Reflexion, Austausch und Perspektivwechsel
  • Vertiefende Workshops für interessierte Kolleginnen und Kollegen
  • Weiterarbeit der AG „Rassismuskritische Schule“ auf Grundlage der gesammelten Rückmeldungen
  • Einrichtung einer schulinternen Diskriminierungsstelle für Schülerinnen und Schüler

Diskriminierungsstelle für Schülerinnen und Schüler

Schülerinnen und Schüler haben die Möglichkeit, Diskriminierungserfahrungen anzusprechen und Beratung zu erhalten. Das gilt unabhängig davon, ob sie selbst betroffen sind oder Diskriminierung bei anderen beobachten und unabhängig davon, in welchem schulischen Zusammenhang diese Erfahrungen entstehen.

Wo stehen wir aktuell?

Wir verstehen uns als Schule in einem fortlaufenden Entwicklungsprozess. Die bisherigen Rückmeldungen zeigen, dass die geschaffenen Angebote grundsätzlich wahrgenommen und wertgeschätzt werden. Gleichzeitig wird auch deutlich, dass Vertrauen in die Wirksamkeit solcher Strukturen wachsen muss.

Für uns ist das ein wichtiger Hinweis. Es reicht nicht, Angebote zu schaffen. Entscheidend ist, sie transparent weiterzuentwickeln, verlässlich zu gestalten und Rückmeldungen ernst zu nehmen.

Unser Ziel: Wir wollen eine Lernumgebung gestalten, in der sich alle Schülerinnen und Schüler gesehen, respektiert und unterstützt fühlen. Dazu gehört, unterschiedliche Erfahrungen ernst zu nehmen, Unsicherheiten anzusprechen und gemeinsam an Lösungen zu arbeiten.

Ansprechbarkeit und Unterstützung

Unsere Schülerinnen und Schüler haben weiterhin jederzeit die Möglichkeit, sich per E-Mail an die AG „Rassismuskritische Schule“ zu wenden, um Fälle von Diskriminierung oder Rassismus zu melden und Unterstützung zu erhalten.

Überzeugung: Eine offene und reflektierte Auseinandersetzung mit Vielfalt und Chancengerechtigkeit stärkt unsere gesamte Schulgemeinschaft und schafft wichtige Voraussetzungen für erfolgreiches Lernen.