Die Klasse 8d besucht eine Sitzung der Hamburger Bürgerschaft

Auf Einladung der Stiftung Kinderjahre durfte die Klasse 8d am Mittwoch die Sitzung der Hamburger Bürgerschaft besuchen. Die Vorsitzende der Stiftung, Frau Hannelore Lay, begrüßte uns vor dem Rathaus. Nachdem wir im Foyer des Rathauses unsere Schülerausweise, Jacken und Rucksäcke abgegeben hatten, wurden wir in einen Konferenzraum geleitet, wo wir den Abgeordneten und ehemaligen Gesundheitssenator und Zweiten Bürgermeister Dietrich Wersich von der CDU kennenlernen durften. Herr Wersich erzählte uns, dass die Hamburger Bürgerschaft ein sog. Feierabendparlament ist, d.h. die meisten Bürgerschaftsabgeordneten neben ihrer Tätigkeit als Volksvertreter noch ihrem Beruf nachgehen. Herr Wersich ist aber nicht mehr in seinem Beruf als Arzt tätig, da er seit der Bürgerschaftswahl 2015 als Vertreter der größten Oppositionspartei zum Ersten Vizepräsidenten der Hamburgischen Bürgerschaft gewählt wurde.

Die Schülerinnen und Schüler hatten im Unterricht viele Fragen vorbereitet, die Herr Wersich ausführlich beantwortete. Taylan wollte wissen, was ein Abgeordneter verdient, Hasan interessierte sich für das Gesetzgebungsverfahren. Spannend war die Frage von Ghufran, warum sie bei der Praktikumssuche bisher von allen Apotheken abgelehnt wurde, weil sie ein Kopftuch trägt. Herr Wersich beantwortete die Frage sehr diplomatisch, indem er sowohl für Ghufran als auch die Apotheken Verständnis äußerte, jedoch auch die Hoffnung äußerte, dass in Zukunft Mädchen mit Kopftuch nicht mehr diskriminiert werden.

Nach dem Gespräch mussten wir viele Stufen bis ins Dachgeschoss des Rathauses gehen, wo wir von der Besuchertribüne der Sitzung der Hamburger Bürgerschaft folgen durften. Herr Wersich hatte zwischenzeitlich seinen Platz auf der Bank der Präsidenten der Bürgerschaft eingenommen, wo die Abgeordneten gerade das Thema Dieselfahrverbote debattierten. Umweltsenator Jens Kerstan von den Grünen rief zu einer Versachlichung der Debatte auf. Wir waren überrascht von der Lautstärke im Parlament und den vielen Zwischenrufen. Das viele Kommen und Gehen hatte Herr Wersich uns schon erklärt, da die Sitzungen oft über viele Stunden gehen und es keine Pause gibt. Clara sagte: „Die sind ja lauter als wir.“ Die Schülerinnen und Schüler fanden es auch spannend, auf der Übersichtskarte an Hand der Fotos der bgeordneten herauszufinden, wer gerade sprach und von welcher Partei er war.
Herr Wersich und Frau Lay haben uns eingeladen, im Januar zu einem Rundgang durch das Rathaus wiederzukommen. Das machen wir bestimmt! Ein wirklich gelungener Besuch, für den wir uns insbesondere
bei Frau Lay und der Stiftung Kinderjahre bedanken möchten.

Durch Learning Kids Politik erfahren – Besuch im Rathaus

Betriebsbesichtigung der Klasse 8d: Otto Dörner

Herr Kolbe von der Stiftung Kinderjahre hat unseren Besuch begleitet. Die Ausbildungsleiterin Frau Wilbert hat uns in Empfang genommen und mehrere Auszubildende und Mitarbeiter vorgestellt.

Wir haben sogar den Seniorchef Horst Dörner kennengelernt, der mit 89 Jahren immer noch jeden Tag zur Arbeit kommt. Er hat eindrucksvoll von seiner Motivation berichtet, das Unternehmen nach dem Krieg wieder aufzubauen. Angefangen hat er mit nur einem Mitarbeiter, heute sind es über 1000 und 40 Azubis.

Zunächst haben wir zwei Azubis kennengelernt, die uns einen kleinen Film über die Firma Dörner gezeigt haben, der deutlich machte, wie vielfältig die Tätigkeiten sind. Überrascht hat uns, dass man für eine kaufmännische Ausbildung heutzutage mindestens das Fachabi braucht. Gefragt sind außerdem gute Computerkenntnisse und fehlerfreies Deutsch. Kopfrechnen muss man auch können!

Dann kam der praktische Teil und wir durften mit einem 26 Tonnen schweren Tieflader „spielen“. Der LKW-Führerschein kostet 7000 Euro und ein Fahrer verdient über 2000 Euro brutto. Auch einige Mädchen waren ganz fasziniert von der hohen Sitzposition des Fahrers. Die Jungs waren erstaunt, dass der LKW weniger PS hatte als ein AMG… So ein LKW kostet übrigens 180.000 Euro.

Anschließend waren wir noch in der firmeneigenen LKW-Werkstatt, wo wir wieder einen Azubi und den Werkstattleiter kennengelernt haben. Der Werkstattleiter erzählte, dass händeringend Azubis gesucht werden, man aber auch nicht jeden nimmt und auch schon mal jemanden entlässt, der nicht ins Team passt. In der Werkstatt sind Mathe und Physik die wichtigsten Fächer. Deutsch und Englisch sind nicht so wichtig. Und der Blaumann ist am Ende eines Tages dann auch schon mal schwarz.

Zum Abschluss gab es noch Franzbrötchen und eine Geschenktasche. Da waren wir ganz erstaunt, dass wir das auch noch bekommen haben und tatsächlich behalten durften.

Ein tolles Erlebnis für das wir uns ganz herzlich bei allen bedanken, die uns das möglich gemacht haben!

Den Bericht mit vielen Fotos kann man sich hier anschauen.