ERASMUS 2018


Wirklich verstehen kann man das durch die EU geförderte Erasmus+-Projekt vielleicht nur, wenn man es direkt erlebt. In der Woche vom 29.01. bis 04.02. hatten vier Schülerinnen und Schüler aus der Oberstufe eben genau diese Möglichkeit durch die Stadtteilschule Poppenbüttel erhalten. Begleitet von dem Projektverantwortlichen Benjamin Türksoy und Lars Flindt aus dem Beratungsdienst ging es dieses Mal für eine Woche nach Sizilien. Dort trafen außerdem vier weitere Lehrer-Schüler-Delegationen aus Tschechien, Polen, Österreich und der Türkei ein, um gemeinsam die Zeit miteinander zu verbringen, über die europäische Idee zu fachsimpeln, sich gegenseitig die jeweiligen Herkunftsländer vorzustellen, Region, Schule, Gastronomie und Kulturstätten (Weltkulturerben) zu besuchen, sich untereinander kennenzulernen und auszutauschen, zu kommunizieren, miteinander Spaß zu haben. Das jeweilige Gastgeberland verantwortet das Rahmenprogramm… eine Zeit der Begegnung, eine Zeit der Erfahrung, eine Zeit des Staunens!

Auf die Frage an unsere SchülerInnen, was denn nun aus ihrer Sicht ERASMUS bedeuten würde, antworten sie fast wie aus einem Munde: „Andere Menschen kennen lernen“ – deren Art, aufeinander zuzugehen; zu erleben, was Gastfreundschaft bedeutet aber auch zu erleben, dass die Zeiger der Uhr nicht immer überall gleich schlagen und dass das auf der einen Seite für Beunruhigung und Unzufriedenheit sorgt, während das auf der anderen Seite mitnichten einen Grund darstellt, um seine Gelassenheit zu verlieren.

Unterschiedlichkeit nicht nur zu erkennen, sondern: an-zuerkennen das scheint der Mehrwert dieses Projekts zu sein. Sicherlich: der gemeinsame Besuch auf einem Vulkan oder diversen kulturellen Stätten, das Einstudieren historischer Tänze oder Lieder, das Basteln von Masken zu Ehren der Heiligen Agata, Exkursionen nach Siracusa, Noto oder Taormina und/oder nicht zuletzt das Eintauchen in die köstliche italienische Küche erleichtern das Erleben von Begegnung ungemein. Es ist aber eben genau (diese) Begegnung, was die Schüler und Schülerinnen aber auch die mitgereisten Kollegen so nachdrücklich in schwärmerische Stimmung versetzt (zu zweit schmeckt die Pizza halt doch besser als allein). Unter dem Motto: „There is just one planet – there is only one humanity“ wuchsen auf Sizilien für eine Woche die oft trennenden Unterschiede zu etwas Gemeinsamen zusammen – verbunden über die Sprache, die, wenn das Vokabular nicht mehr reichte, mit Händen und Füßen geführt wurde. An ganz anderer Stelle stand einmal geschrieben: „Sprechen verhindert den Kriegszustand der Welt“. Ohne das Erasmus-Projekt überfrachten zu wollen – aber auch dies könnte ein Motto sein.

Und nun? Erasmus geht weiter, Besuche in andere Länder sind längst gebucht und geplant, die nächsten Koffer werden schon wieder gepackt….. Möge also der Geist der Gemeinschaft mit dem Einchecken für die Rückreise nicht verfliegen und auf der Strecke bleiben, sondern mitgenommen werden und sich verbreiten und auch oder gerade hier in der Schule sichtbar und spürbar werden. Schule als Ort des Miteinander-Sprechens und des Sich Begegnens…. ist doch ein guter Gedanke, oder?“